Vorab sei gesagt, dass es nicht DEN besten Plattenspieler gibt. Es gibt nur den für Dich besten auf Grundlage Deiner Bedürfnisse.

Da jeder unterschiedliche klangliche Vorlieben hat, möchte ich mir diese Dreistigkeit auch nicht erlauben.

Was ich allerdings tun möchte ist, eine Hilfestellung zu geben, damit auch Du als Einsteiger weißt, wo Du anfangen sollst.

Die drei wichtigsten Punkte, auf die Du bei dem Kauf achten solltest, sind:

  • Dämpfung der Vibration
  • Antriebsart
  • Qualität der Nadel

Nachdem Du diesen Ratgeber gelesen hast weißt Du, was einen guten Plattenspieler ausmacht.

Außerdem bist Du Dir darüber bewusst, bei welchen Einzelteilen Du definitiv auf die Qualität achten musst.

Wenn Du bloß eine detaillierte Auflistung der Eigenschaften der Geräte haben willst, sind ausschließlich die Punkte 2 & 3 für Dich interessant.

Zunächst ist es wichtig, dass Du für Dich klärst, was Du mit dem Kauf eines Plattenspielers erreichen willst.

Und ich meine jetzt nicht, dass Du erreichen willst, einen Plattenspieler zu besitzen.

Du solltest Dir eher die Frage stellen, warum Du Dir einen Plattenspieler zulegen willst.

  • geht es darum, ab und zu die alten Platten von Deinem Opa oder Deiner anzuhören und in Erinnerungen zu schwelgen?
  • bist Du vielleicht daran interessiert tief in das Thema und die Theorie dahinter einzutauchen?

Sollte eher der erste Punkt auf Dich zutreffen, dann ist die Wahl eines günstigen Einsteigermodells wahrscheinlich die richtige.

Ein sehr gutes Highend Setup kann sehr schnell mehrere tausend Euro kosten.

Dann lohnt es sich, schon zu Beginn etwas mehr auszugeben. Es ist ähnlich wie mit einem Musikinstrument.

Mit einer Gitarre für 100€ wirst Du vermutlich auch die Grundlagen lernen.

Bist Du jedoch zu 100% fokussiert und lernst schnell, wird Dir die Qualität, die Du damit erzeugen kannst, schnell nicht mehr ausreichen.

Die Wahl eines qualitativ höherwertigen Geräts verschafft Dir also eine Art Puffer, durch den Du länger etwas von dem Gerät hast.

Weißt Du..Plattenspieler sind eine Sache für sich. Eine Platte zu hören, ist weit davon entfernt Spotify zu öffnen und einen Track aus den Charts auszuwählen.

Bei diesem Hobby geht es eher darum, das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten zu verstehen.

Zu erforschen, wo das Knackgeräusch oder Rauschen herkommt und Detektiv zu spielen.

Als dieser gehst Du auf die Suche und versuchst die einzelnen Bauteile zu optimieren, damit sie Dir Dein perfektes Klangerlebnis bescheren.

Verlier’ also vorher ein paar Gedanken darüber, um nicht später festzustellen, dass Du die falsche Wahl getroffen hast.

Einsteiger Plattenspieler

Wenn Du noch nicht sicher bist, ob Plattenspieler etwas für Dich sind, bist Du in dieser Kategorie gut bedient.

Sie stellt eine nicht zu große preisliche Investition dar, um ein erstes Gefühl für Vinylsound zu bekommen.

Logischerweise solltest Du in dieser preislichen Kategorie wirklich keine klangliche Offenbarung erwarten.

Tatsächlich ist jedoch der Sprung in der Funktionsvielfalt und teilweise auch in der Qualität von 100€ auf 200€ größer als der von 200€ auf 500€.

Oft sind in diesen Plattenspielern alle wichtigen Teile, wie Vorverstärker, Lautsprecher, Tonabnehmer schon verbaut.

Somit brauchst Du sie nur noch an den Strom anschließen und kannst loslegen.

Dies geht natürlich auf Kosten der Einstellmöglichkeiten.

Wenn Du also technisch affin bist oder gerne bastelst, dann könnte das für Dich ein Ausschlusskriterium sein.

Hier erhältst Du für eine schmale Mark ein super Gerät. Der Plattenspieler selbst hat einen coolen Retro Look und ist somit ein klasse Blickfang.

Wenn Du nur gelegentlich Deine Platten anhörst und außerdem eine stilvolle Designergänzung für Deine Wohnung suchst, bist Du mit diesem Gerät bestens bedient.

Einige Abstriche musst Du bei diesem Preis natürlich machen.

Die eingebauten Lautsprecher sind nicht das non plus ultra.

Der Sound ist etwas blechern und klingt stellenweise dünn. Der Plattenspieler unterstützt alle Abspielgeschwindigkeiten.

Allerdings ist ein weiterer Nachteil, dass 7” Zoll (17,5cm) Schallplatten nicht bis zum Schluss abgespielt werden.

Das liegt größtenteils an der Tonarmautomatik. Wie es scheint, ist diese ausschließlich auf 10” Zoll (25cm) und 12” Zoll (30cm) Platten ausgelegt.

Wobei ich anmerken muss, dass dies wirklich an den Lautsprechern selbst und nicht etwa an dem Tonabnehmer liegt.

Aus diesem kannst Du einen einigermaßen annehmbaren Sound herausholen, wenn Du normale Aktivboxen hast.

Schließe den Plattenspieler einfach an diese an, das ist ohne weiteres möglich.

Weitere Vorteile sind offensichtlich die Transportfähigkeit des Plattenspielers.

Außerdem kannst Du den Plattenspieler bis zu 4 Stunden mit den eingebauten Batterien betreiben.

Dieser Plattenspieler spielt ebenfalls alle Abspielgeschwindigkeiten von 33 ⅓ /45/78 Umdrehungen pro Minute.

Zu bemerken ist, dass das Gerät über keine Abspielautomatik verfügt.

Der Tonarm muss also manuell auf die Platte gesetzt und auch wieder entfernt werden.

Denk’ bitte daran, damit Du Deine Platten nicht beschädigst oder den Abtastdiamanten schneller abnutzt als es nötig ist.

Bei der Soundqualität musst Du auch hier einige Abstriche machen.

So ist diese eher blechern und etwas dumpf. Auch hier kannst Du jedoch ohne weiteres Lautsprecherboxen anschließen.

Der Spieler verfügt außerdem über einen USB Anschluss. Mittels diesen kannst Du einen USB Stick anschließen und Deine Platten aufnehmen.

Du kannst den Spieler aber auch direkt an den PC anschließen, um mittels eines Programms (bspw. Audacity) direkt die abgespielte Musik aufzunehmen.

Dieser Plattenspieler ist ziemlich cool. Nicht nur, dass es sich auch bei diesem um einen Plug and Play Typ handelt.

Du kannst damit auch zusätzlich noch Radio hören.

Das Gerät besitzt neben dem üblichen Anschluss für Lautsprecher auch noch Bluetooth, einen SD Karten Slot, einen AUX Anschluss, USB und einen Kopfhöreranschluss.

Die Verarbeitung könnte an einigen Stellen sicherlich hochwertiger sein. So wurde überwiegend Kunststoff verbaut.


Ein Gehäuse aus Metall oder gar Glas wäre für diesen Preis in Kombination mit der Vielzahl an Funktionen sicherlich etwas zu viel erwartet.

Auch hier gilt jedoch, dass er für Plattenneulinge sicherlich eine gute Einstiegsmöglichkeit bietet.

Vorteilhaft ist der Riemenantrieb, welcher im Gegensatz zu einem Direktantrieb ein ruckelfreies Abspielen der Schallplatte ermöglicht.

Ein weiteres nettes Gimmick ist der vorhandene Kassettenslot.

Falls Du noch eine alte Sammlung zu Hause hast, kannst Du das Gerät nutzen, um diese zu digitalisieren.

Dieses Gerät aus dem Hause Audio Technica hat ziemlich viele Stärken.

Allerdings hat es auch einige Schwächen, bei denen Du selbst entscheiden musst, ob Du sie akzeptieren willst.

Zunächst einmal kannst Du mit dem Plattenspieler 33 ⅓ und 45rpm Platten abspielen.

Das ist ein kleiner Nachteil, da die 78rpm Platten nicht unterstützt werden.

Solltest Du allerdings nicht gerade die Sammlung Deiner Großeltern aus den frühen 60iger und 70iger Jahren spielen wollen, ist das zu verschmerzen.

Des Weiteren verfügt er über einen Riemenantrieb, was mir persönlich am besten gefällt.

Cool ist, dass auch dieser Spieler über Bluetooth verfügt, was wunderbar mit Wireless Kopfhörern oder Lautsprechern funktioniert.

Auch hier ist bereits ein Vorverstärker verbaut.

Der Tonarm ist vollautomatisch. Wenn er am Ende der Platte angekommen ist, stoppt er allerdings nicht.

Er beginnt, die Platte von vorne zu spielen.
Zur Tonqualität lässt sich sagen, dass sie für diese Preisklasse überraschend gut ist.

Sie unterliegt keinen besonderen Ausschlägen in Tiefen, Mitten oder Höhen.
Alles in allem ziemlich rund.

Ein paar kleine Schwierigkeiten hat das System allerdings, wenn es um die Genauigkeit geht.

Zum Ende der Platte kann schon einmal ein wenig von der Dynamik des Musikstücks verloren gehen.


Dies liegt unter anderem daran, dass die Abstände der Rillen geringer werden und das System so an seine Grenzen kommt.

Zu den Schwachpunkten gehört die nicht robust erscheinende Verarbeitung.

Da bei diesem Modell überwiegend Kunststoff verwendet wurde (sogar das Gegengewicht des Tonarms ist aus Kunststoff), wirkt es insgesamt nicht sehr wertig.

Der letzte Player der Einsteigerreihe in diesem Produktratgeber.

Hier bekommst Du einiges geboten für Dein Geld.

Im Gegensatz zu den vorherigen Plattenspielern hat Teac bei der Herstellung ein Holzstück genutzt.

Dieses ist zusätzlich sehr massiv, damit eventuelle Stöße oder Vibrationen abgedämpft werden.

Auch mit diesem Plattenteller kannst Du 33 ⅓ / 45 / 78rpm Platten abspielen.

Ebenfalls sind nicht viele Schritte nötig, um den Plattenspieler einsatzbereit zu machen.

Der Tonabnehmer ist bereits installiert und muss nur von seinem Schutz befreit werden.

Ein kleiner Nachteil besteht in dem verbauten Bluetooth Modul.

Hier wird leider nicht der aktuellste Codec aptX verwendet, sondern nur SBC.

Der maßgebliche Unterschied liegt hier in der Signalverarbeitung.

Damit Audiosignale per Funk übertragen werden können, müssen sie vorher zunächst komprimiert werden.

Das passiert vornehmlich aus Platzgründen, damit nicht so viele Daten transportiert werden müssen.

Durch diese Einsparung gehen natürlich einige Informationen des Audiosignals verloren.

SBC ist die Standardvariante, bei welcher der Verlust größer ist, als wenn ein aptX Codec verwendet wird.

Mittelklasse Plattenspieler

In dieser Preiskategorie findest Du alles, was die günstigere Kategorie Dir bietet und noch ein bisschen mehr.

So erhältst Du hier teilweise schon recht gute Tonabnehmer.

Auch ist in diesen Geräten oft bereits ein Vorverstärker integriert. So sparst Du Dir eine zusätzlich Investition in Form von zusätzlichem Material.

Außerdem findest Du hier vereinzelt eine robustere Bauweise.

Das liegt vor allem daran, dass hier teilweise Metall verbaut und das Gehäuse nicht aus Kunststoff gefertigt wird.

Jaha, die guten Leute von Zoni können nicht nur Walkman, Playstation und CD – auch in der Herstellung von Plattenspielern lassen sich die Herrschaften nicht lumpen.

So ist ihnen im Jahr 2019 mit der Entwicklung dieses Plattenspielers etwas ganz cooles gelungen.

pro

günstiger Preis

Bluetooth Lautsprecher inklusive

Tonarm aus Aluminium

integrierter Vorverstärker kann ausgeschaltet werden

Contra

Knöpfe fühlen sich etwas billig an

Cinch Kabel kann nicht entfernt werden

anspruchsvolle Passagen weniger detailliert

Design

Bevor Du fragst: Jaaa, auch hier wurde überwiegend Plastik verwendet, allerdings nicht beim Tonarm. Der ist aus Aluminium.

Alle Knöpfe sind in den Plattenspieler eingelassen und sorgen somit für eine gleichmäßige Oberfläche.

Bis auf den Plattenteller und den Tonarm ist alles an dem Gerät aus Plastik gefertigt, was nicht ganz so wertig daher kommt.

Allerdings ist das in dieser Preisklasse vertretbar.

Das Audiokabel, für die Verbindung mit einer Anlage oder Lautsprechern ist fest im Gerät integriert und kann nicht entfernt werden.

Es hängt somit einfach nur am Gerät herunter.

Antriebsart

Auch dieser Plattenspieler gehört zu den Plug and Play Geräten.

Will sagen: Aufreißen, Auspacken, Hinstellen, Riemen anlegen, Abspielen.

Es handelt sich um einen vollautomatischen Riemenantrieb.

Das heißt, Du musst Dir keine Gedanken darüber machen, die Nadel rechtzeitig von der Platte zu nehmen.

Allerdings kannst Du trotzdem bestimmte Stellen der Platte abspielen, wenn Du die Start und Stopp Tasten benutzt.

Somit hast Du also eine semi-automatische Lösung.

Tonarm und Tonabnehmer

Headshell und Tonarm bilden eine Einheit. Eine Einstellung oder Anpassung ist also nicht möglich.

Außerdem gibt es auch keine Möglichkeit das Gegengewicht oder Anti – Skating einzustellen.

Für Einsteiger ist das auf jeden Fall eine gute Sache.

Der Tonarm ist aus Aluminium gefertigt. Der Tonabnehmer selbst ist eine günstige Version eines MM-Tonabnehmers.

Über den Klang lässt sich folgendes sagen

  • runder Klang
  • sehr neutral
  • wenig Tiefe in Höhen und Bässen

Positiv ist außerdem der integrierte Vorverstärker im Gerät.

Trotzdem kannst Du wählen, ob Du ihn nutzen willst oder einen eigenen (höherwertigen) zwischenschalten möchtest.

Bluetooth

Eine weitere coole Eigenschaft ist die Tatsache, dass dieser Plattenspieler den aktuellen aptX Codec für die Audiocodierung verwendet.

Es ist auch direkt eine Bluetooth Lautsprecherbox im Angebot enthalten.

Falls Du Deine Musik also mit kabellosen Kopfhörern genießen willst, kannst Du das relativ verlustfrei tun.

Ein weiteres Goldstück aus dem Hause Sony ist der PS-HX500. Auch dieser Dreher besitzt einen integrierten Vorverstärker.

Die Einstellung ist ähnlich einfach wie bei den anderen vorgestellten Modellen.

Der Plattenteller wird aufgesetzt. Der Motor wird mittels Riemen mit dem Drehteller verbunden.

pro

USB Anschluss vorhanden

Bluetooth Lautsprecher inklusive

Tonarm einstellbar

integrierter Vorverstärker kann ausgeschaltet werden

Contra

78U/Minute nicht verfügbar

Klangbild oft dünn und nicht dynamisch

anspruchsvolle Passagen weniger detailliert

Design

Das Design erinnert etwas an das weiter oben vorgestellte Modell von Sony.

Dennoch sind einige gravierende Unterschiede festzustellen. So wurde hier von Sony beispielsweise MDF für den Sockel verwendet.

Desweiteren spendiert der Hersteller eine 5mm dicke Gummimatte für den Plattenteller.

Dadurch werden eventuell entstehende Resonanzen vermieden.

Knöpfe gibt’s eher wenig am Gerät.

Über einen Drehregler in der unteren linken Ecke des Chassis lässt sich alles einstellen.

Antriebsart

Auch hier kommt ein Riemenatrieb zum Einsatz. Allerdings ist dieser manuell.

Am Ende der Platte musst Du also den Tonabnehmer von der Platte nehmen und ihn wieder erneut absetzen.

Tonarm und Tonabnehmer

Bevor Du Deine geliebten Schallplatten abspielen kannst, musst Du den Tonarm einstellen.

Wie das genau funktioniert, zeigt Sony Dir in folgendem Video.

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Beim verbauten Tonabnehmer handelt es sich um einen Audio Technica Tonabnehmer, wahrscheinlich der AT3600L.

Dieser wurde für Sony rebranded und ist ein elektromagnetischer Wandler. Außerdem besitzt er einen sphärischen Nadelschliff.

Klang

Der Plattenspieler, insbesondere der eingebaute Vorverstärker macht schon vieles richtig.

Allerdings ist das Klangbild insgesamt oft dünn und nicht sehr dynamisch.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Bass stellenweise nicht sehr voll klingt. Dadurch wird insgesamt ein nicht ganz rundes Klangbild erzeugt wird.

Gerade bei schwierigen Passagen (unterschiedliche Instrumente und Tonfrequenzen) zeigen sich einige Schwächen des Drehers.

Schallplatten digitalisieren

Ja, Du hast richtig gehört. Mit diesem Plattenspieler kannst Du Deine Schallplattensammlung digitalisieren.

Dazu verbindest Du den Plattenspieler mit einem PC oder Laptop.

Anschließend verwendest Du die eigens von Sony programmierte Software und kannst sogar mittels DSD – Verfahren Deine Tracks umwandeln.

Wie der Vorgang genau funktioniert, kannst Du hier lesen.

Diesen Plattenspieler hat Rega in zwei Versionen veröffentlicht. Der Rega Planar 1 und der Rega Planar 1 Plus.

Falls Du Dich wunderst wofür das „Plus“ steht: es gibt an, dass zusätzlich noch ein integrierter Phono Vorverstärker verbaut ist.

pro

einfaches Setup

runder Klang, nicht blechern

laufruhiger Plattenteller

guter Einsteiger Tonabnehmer von Audio Technica

Contra

78U/Minute nicht verfügbar

manuelle Umstellung der Abspielgeschwindigkeit

kein Vorverstärker integriert

Design

Also ich weiß nicht wie Du das siehst, aber ich finde das Design vom Rega Planar 1 ziemlich stylisch.

Mit seinem Piano black finish und der minimalistischen Bauweise passt das Gerät in das Zentrum eines jeden Hifi – Schreins.

Die Oberfläche des Planar 1 ist, wie der Name andeutet, ziemlich eben.

Rega hat den Anschaltknopf mit der Neuauflage dieses Modells auf die untere Seite des Chassis verfrachtet.

Antriebsart

Der Plattenspieler wird durch einen Riemen angetrieben und bietet zwei Abspielgeschwindigkeiten.

Die Umstellung erscheint auf den ersten Blick etwas kontraintuitiv.

Hierzu musst Du nämlich den Plattenteller anheben und die Position des Riemens auf dem Pulley ändern.

Tonarm und Tonabnehmer

Der RB110 Tonarm und die Headshell mit der Rega Carbon Cartridge sind bereits durch Rega selbst voreingestellt.

Ziemlich spannend: die Anti – Skating Einstellung wurde ins innere des Sockels verlegt. Tatsächlich wurde diese über sich abstoßende Magneten realisiert.

Das ist gerade für Anfänger interessant, da diese sich dann erstmal nicht mit dieser Einstellung auseinandersetzen müssen.

Die Einstellung des Gegengewichts vom Tonarm ist super intuitiv. Das Gewicht schraubst Du einfach so lange auf den Tonarm, bis es automatisch stoppt.

Eine manuelle Einstellung mittels Skala ist also nicht notwendig.

Klang

Vom Sound würde ich dieses Gerät an der Spitze der Mittelklasse anordnen. Über alle Frequenzen hinweg bietet die Tonabnehmer / Verstärker Kombination einen klaren Sound.

Er klingt sehr melodisch, bevorzugt weder ein bestimmtes Instrument noch weibliche oder männliche Stimmen.

Insgesamt sehr rund und überhaupt nicht blechern.

Sehr deutlich wird das beispielsweise beim Lied “Um Dia De Domingo” von Gal Costa.

Hier handelt es sich tatsächlich um einen deutschen Hersteller.

Seit 1903 fertigt die Firma (damals noch Grammophon) Plattenspieler und beschert damit einigen Audiophilen feuchte Ohren.

pro

schwerer Sockel

vollautomatisch

33 / 45 / 78 U/Minute verfügbar

Nadel des Tonabnehmers austauschbar

Contra

manuelle Umstellung der Abspielgeschwindigkeit

kein Vorverstärker integriert

Finish des Chassis ist Geschmackssache

Design

Das Design des Thorens ist sehr minimalistisch, ja fast unauffällig. Finde ich persönlich ganz cool, da so viel Bling Bling oder auffällige Parts nicht mein Ding sind.

Dieses Aussehen erinnert eher an den Look, welchen Plattenspieler in den Achtzigern hatten.

Anzumerken ist, dass der Sockel und der Drehteller des Plattenspielers etwas schwerer als normalerweise in diesem Preissegment sind.

Der Vorteil davon besteht darin, dass Du auch unterschiedliche Genres in gleichbleibender Qualität hören kannst.

Antriebsart

Der Dreher ist vollautomatisch. Oft wird das von Kritikern eher “mid-end” Plattenspieler zugeschrieben. Allerdings entscheidest Du da selbst anhand Deiner Vorlieben.

Ein großer Vorteil dabei ist ja, dass Du die Qualität einer Vinylplatte hast, die Du so automatisch wie beispielsweise eine CD genießen kannst.

Angetrieben wird der Teller durch einen Riemenantrieb mittels eines Gleichstrommotors.
Du hast die Möglichkeit die Drehgeschwindigkeit elektronisch mittels eines Schalters zu regeln, sodass Du 33 / 45 / 78rpm Platten spielen kannst.

Auch hier gestaltet sich der Aufbau wieder denkbar einfach:

  1. Auspacken
  2. Transportscheibe lösen
  3. Plattenteller einsetzen
  4. Auflagekraft und Anti – Skating einstellen (1,5gr laut Hersteller)
  5. Vorverstärker anschließen
  6. genießen

Tonarm und Tonabnehmer

Beachte bitte, dass bei diesem Gerät kein Vorverstärker integriert ist. Diesen musst Du Dir also vermutlich noch kaufen, was Deine Ausgaben erhöht!

Verbaut ist ein Ortofon OM-10 Tonabnehmer, bei dem es sich um einen Moving Magnet handelt.

Klang

Der Klang daraus ist für Einsteigerohren schon sehr süß.

Der erfahrene Nutzer wird sich über die fehlende Tiefe einzelner Stücke beschweren und die Headshell vermutlich durch einen Ortofon 2M Blue ersetzen.

Stimmen werden durch den Tonabnehmer sehr weich und geschmeidig wiedergegeben.
Dabei hört man weder ein Zischen noch schrille Nebentöne.

Ein weiterer deutschsprachiger Hersteller sichert sich einen Platz in diesem Ratgeber.

Die österreichische Firme Project Audio Systems zeigt mit dem Project Debut Carbon, dass sie auch im mittleren dreistelligen Preisbereich fantastische Geräte herstellen kann.

pro

Tonarm aus Carbon

Ortofon 2M Red verbaut

edles Design aus MDF

Contra

78U/Minute nicht abspielbar

kein Vorverstärker integriert

Design

Ein echter Blickfang ist der Tonarm, welcher komplett aus Carbon gefertigt wurde.

Dieses Material findest Du sonst in der Regel eher in einer viel höheren Preiskategorie.

Auch bei diesem Gerät befindet sich der Power Button unterhalb des Chassis auf der linken vorderen Seite.

Das Chassis ist aus MDF gefertigt. Dieses Material besitzt gute dämpfende Eigenschaften und reduziert die Vibrationen, die durch Lautsprecher entstehen.

Antriebsart

Angetrieben wird der Teller aus Metall durch einen Riemen. Diesen kannst Du auf unterschiedliche Riemenantriebe auflegen.

Damit änderst Du auch die Abspielgeschwindigkeit von 33rpm auf 45rpm.

Dabei ist  der Motor vom Plattenteller entkoppelt, damit der Entstehung von Vibrationen vorgebeugt wird.

Tonarm und Tonabnehmer

Die Einstellung des Tonarms erfolgt durch Aufschrauben des Gegengewichts und Einstellung des vom Hersteller vorgegebenen Auflagegewichts.

Das Anti – Skating Gewicht ist an einer Angelschnur befestigt und wird an die dafür vorgesehene Vorrichtung gehängt.

Hier ist anzumerken, dass diese Skalierung relativ grob ist. Eine genauere Einstellung kann also nicht erfolgen.

Klang

Der serienmäßig verbaute Tonabnehmer Ortofon 2M Red ist ebenfalls ein auffälliges Merkmal.

Mit diesem Tonabnehmer erhältst Du einen guten, dynamischen Sound. Er ist sehr ausbalanciert und spiegelt die Höhen und Mitten gut wieder.

Einzig der Bassgehalt kommt etwas zu kurz, wodurch der Sound nicht ganz so warm ist, wie er sein könnte.

Falls Du auf basslastige Musik stehst, würde ich Dir den großen Bruder Ortofon 2M Blue* empfehlen.

Sofern Du ein noch größeres Budget zur Verfügung hast und einen Tonabnehmer nutzen möchtest, der perfekt mit dem federleichten Carbon Tonarm harmoniert, würde ich zum Hana EL High End MC Tonabnehmer* tendieren.

Auch bei diesem Plattenspieler ist kein Vorverstärker integriert, sodass Du diesen separat kaufen musst.

Ein gutes Einsteigergerät ist hier die aus dem gleichen Hause stammende Project Phono Box*.

Besonderheiten

Den 21,84cm langen Tonarm aus Carbon habe ich ja bereits angesprochen.

Ein weiteres Merkmal ist der standardmäßig verbaute Tonabnehmer.
Dieser kostet einzeln bereits 99€ und ist qualitativ sehr hochwertig.

Anscheinend wollte Pro-Ject mit diesem Modell wirklich mal einen gucken lassen und packt ebenfalls noch sein Project Connect IT E Kabel* dazu.

Andere Hersteller nutzen bei Weitem nicht so ein hochwertiges Kabel.

Direktantrieb vs. Riemenantrieb

Normalerweise müsste hier noch eine weitere Antriebsart aufgeführt werden, der sogenannte Reibradantrieb.

Da dieser heutzutage aber nicht mehr so häufig verbaut wird, spare ich mir die Ausführungen dazu.

Bei der Wahl der Antriebsart gibt es zwei Lager. Ein bisschen so, als würdest Du zwischen Apple und Samsung entscheiden.

Die einen sind Apple Fanboys – und girls und die anderen stehen eher auf Samsung.

Bei Direkt – und Riemenantrieb verhält es sich ähnlich.
Dabei haben beiden Antriebsarten ihre ganz eigenen Vor – und Nachteile.

Zusammenfassung

Wie Du siehst ist die Wahl des für Deine Vorlieben richtigen Plattenspielers sehr oft ein Tradeoff.

Zum einen zwischen dem Budget und den damit verbundenen Funktionen des Geräts.

Zum anderen jedoch auch zwischen den Komponenten und dem dadurch entstehenden Sound.

Letztlich spielen aber noch viele weitere fertigungstechnische Eigenheiten mit rein.

Zum Beispiel kommt es auch darauf an, welche Qualität der RCA – oder Cinch Anschluss besitzt. Handelt es sich um einen hochwertigen, vergoldeten Ausgang oder ist er nur mit Plastik ummantelt?

Wie ist die interne Verkabelung abgeschirmt? Wurden dort ebenfalls hochwertige Komponenten eingesetzt, die ein Minimum an Störsignalen aussenden?

Du kannst diese Thematik also bis ins kleinste zerlegen und würdest immer noch auf neue Dinge stoßen.

Sei also nicht so streng mit Dir, wenn sich der erste Kontakt mit der Hifi Szene sehr überwältigend für Dich anfühlt.

Mit der Zeit und größerer Erfahrung kannst auch Du zum Plattenspieler Profi werden!

Kategorien: Plattenspieler

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