Falls Du auf der Suche nach einem High End Plattenspieler bist, so hoffe ich, Dir mit diesem Artikel einen Einblick geben zu können.

Damit ist es Dir dann möglich, zu entscheiden, welche der Geräte für Deine Bedürfnisse passend sind.

Was kannst Du von diesem Artikel erwarten:

  • Vor – und Nachteile der Geräte
  • Tipps, welche Tonabnehmer zu welchen Geräten passen
  • Gesamteindruck der verbauten Komponenten als Einheit
Falls Du auf der Suche nach einem guten Einsteiger Plattenspieler bist, dann lies Dir gerne meinen anderen Ratgeber durch.
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In diesem Fall bezeichne ich mit High End wirklich hochwertige Komponenten.

Vielleicht bist du der Ansicht, dass dieser Begriff nicht automatisch etwas mit einem hohen Preis zu tun haben muss.

Da liegst Du auch prinzipiell richtig. Zu Beginn des Artikels habe ich ja bereits darüber gesprochen, dass der richtige Plattenspieler derjenige ist, der Deinen Bedürfnissen entspricht.

Trotzdem ist es so, dass der Preis steigt, je besser die verwendeten Rohstoffe sind und je besser die Verarbeitungsprozesse sind.

Im obigen Video könnt Ihr beispielsweise sehen, wie AJ van de Hul per Hand ein Tonabnehmersystem baut.

Dies ist bei hochpreisigen Bauteilen fast ausschließlich der Fall. Daher ergeben sich auch diese, auf den ersten Blick, astronomischen Preise.

Lies’ diesen Part also bitte als das, was er auch darstellen soll:

Als einen verrückten Ausblick in die Welt der absoluten Top-Plattenspieler, für deren Preis Du teilweise auch ein Auto kaufen könntest.

Schon die Verwendung eines anderen Vorverstärkers odern noch verrückter: die andere Wahl eines Cinch Kabels können die Klangerfahrung massiv verändern.

block ps100 high end plattenspieler

Mit dem Block-100+ stellt die deutsche Firma Audio Block ein High End Plattenspeieler vor, welcher bei Audiophilen prinzipiell keine Wünsche mehr offen lässt.

Vorab sei gesagt, dass es sich hier um eine echte Investition handelt. Mit einem Listenpreis bei Amazon von 1499,00€ (inkl. Tonabnehmer Ortofon OM-5E, exklusive Vorverstärker) ist dieser Plattenspieler wirklich nichts für den kleinen Geldbeutel.

Allerdings bekommst Du hier auch schon einiges geboten.

Design

Wenn Du auf minimalistischen Look in Klavieroptik stehst, dann wird das Design des Block PS-100+ Dein Herz höher schlagen lassen.

Der Plattensteller ruht auf der zweiten Ebene des MDF Sockels. Die beiden Etagen sind mittels massiver Alusäulen verschraubt.

Hier sind die wichtigsten Eckdaten zum Design:

  • 14,6kg schwer
  • 2kg schwerer Plattenteller aus Acrylglas
  • Antriebsriemen aus Teflon
  • Lagerung des Chassis auf Spikefüßen
  • 1,5kg schwerer extern gelagerter Motor

Durch das hohe Gewicht werden Umgebungsvibrationen auf ein Minimum reduziert.

Störgeräusche können Dein Hörerlebnis also nicht beeinträchtigen.

Für den Motor gibt’s eine Schablone, damit Du genau weißt, in welchem Abstand Du ihn vom Plattenteller aufstellen musst.

Die verwendeten Füße sind höhenverstellbar. Außerdem sorgen sie durch ihre spezielle Form dafür, dass Effekte von Erschütterungen ebenfalls reduziert werden.

Tonarm und Tonabnehmer

Der Tonarm stammt aus der Schmiede von Pro-Ject und wurde extra für den Block PS-100+ hergestellt.

Gelagert wird der Tonarm auf einer kleinen Halterung, die mit einem Magneten versehen ist.

Damit umgeht Audioblock eine unschöne Cliplösung.

Hier siehst Du alle wichtigen Informationen zum Tonarm:

  • 11,5g schwer
  • komplett aus Metall (Kröpfung am Ende)
  • Gegengewicht wiegt 65g
  • Basis ist höhenverstellbar
  • Ortofon OM5-E standardmäßig verbaut

Besonders interessant ist hier, dass Du vollkommene Kontrolle über die Einstellmöglichkeiten hast.

So kannst Du auch den vertikalen Spurwinkel einstellen, was die Bandbreite an einsetzbaren Tonabnehmern noch einmal erhöht.

Bei einigen Anbietern ist es nämlich nötig, dass diese in einem bestimmten Winkel auf der Platte aufliegen.

Der mitgelieferte Tonabnehmer mit elliptischen Schliff ist für seine Preisklasse ganz angenehm zu hören. Sowas ist ja immer subjektiv. Für mein Empfinden klingt er ein wenig zu hart und rau in manchen Passagen.
Einen ausgieben Test findest Du hier.

So kann das Instrument Becken auch mal gerne nicht wie eines klingen, sondern sich eher nur nach „ts ts ts“ anhören.

Eine bessere Alternative in dem Preissegment wäre da zum Beispiel der Audio Technica AT-100E.

Antriebsmotor

Ein sehr großer Vorteil des Motors ist die Tatsache, dass dieser sich außerhalb des Chassis befindet.

Das führt dazu, dass weniger Störgeräusche entstehen. Der Motor verursacht während des Betriebs Brummgeräusche.

Im schlimmsten Fall könnten sich die so entstehenden Schallwellen auf den Abtastvorgang niederschlagen.

Außerdem arbeitet er selbst justierend und passt sich mittels integrierter Stroboskopscheibe automatisch an die korrekte Abspielgeschwindigkeit an.
Ein kleiner Nachteil besteht darin, dass es einige Momente dauert, bis der Motor auf Drehzahl ist.

Der bereits erwähnte Teflonriemen ist äußerst langlebig. Mittels Umlegen auf des Riemens auf der Antriebsscheibe kannst Du die Umdrehungszahl manuell variieren.

Gesamteindruck

Wenn Du Dich für den Block PS-100+ entscheidest, dann kriegst Du einen High End Plattenspieler, der sich optisch sehen lassen.

Außerdem wurden hochwertige Materialien verbaut, welche dafür sorgen, dass Du – bei guter Pflege – viele Jahre etwas von dem Dreher hast.

Abschreckend ist natürlich der Preis. Besonders vor dem Hintergrund, dass Du zusätzlich einen Vorverstärker kaufen musst.Dieser würde Dich, je nach Modell, zusätzlich mindestens 100€ kosten.

Des Weiteren musst Du auch Geld in einen Tonabnehmer investieren, da dieser entweder nicht mitgeliefert wird oder klanglich nicht besonders gut ist.

Falls Du ein Fortgeschrittener in Sachen Schallplattenspielern bist und gerne neue Modelle ausprobiert, um das für Dich passende zu finden, dann ist der Block PS-100+ definitiv einen Versuch wert.

Solltest Du eher Wert auf Funktionen und kultigen Look legen, kann ich Dir in dieser Preisklasse wärmstens den Technics SL1200GR empfehlen.

Einen ausgiebigen Test haben die Jungs von Fairaudio gemacht. Du findest ihn hier.

mofi ultradeck plus high end plattenspieler

Mit dem Bau dieses Plattenspielers hat sich die Firma Mobile Fidelity in neue Gefilde gewagt.

Ursprünglich als Hersteller von Schallplatten gegründet, war es die Idee des CEO’s die komplette Wertschöpfungskette unter einem Dach zu vereinen.

MoFi Platten sollten auch auf MoFi Drehern abgespielt werden.
Ziemlich coole Idee eigentlich.

Mit dem MoFi UltraDeck Plus stellt das Unternehmen neben dem MoFi Studio Deck ein weiteren High End Plattenspieler vor.

Ob der Preis gerechtfertigt ist und was die Besonderheit dieses Schmuckstücks ist, erfährst Du in den kommenden Zeilen.

Mit einem Preis von 2199,00€ eine echte Kampfansage. Nimmt man jedoch die Ausstattung etwas genauer unter die Lupe, so wird schnell deutlich: hier wurden nur die besten Komponenten verbaut.

Diese Tatsache lässt das Preis – / Leistungsverhältnis schon wieder in einem anderen Licht stehen.

Design

In der Regel erübrigt sich bei einem High End Plattenspieler jegliche Diskussion über das Aussehen.

Dieses sollte allenfalls als positive Ergänzung fungieren und kein Bewertungskriterium sein. Der schönste Plattenspieler taugt nichts, wenn in ihm nur minderwertige Komponenten verbaut sind.

Bezogen auf das MoFi Ultra Deck Plus muss ich jedoch anmerken, dass die Kombination aus schwarzem, dreilagigem MDF und gelb-orangenem Antriebsriemen schon ein Hingucker ist.

Die wichtigsten Punkte zum Design findest Du im Folgenden:

  • Chassis lagert auf HRS Füßen
  • beleuchtete Starttaste in der Farbe des Antriebsriemens
  • Sockel aus dreilagigem MDF
  • Plattenteller und Motorpulley aus Polyacetal gefertigt

Der Stoff Polyacetal zeichnet sich besonders stark durch seine Festigkeit aus.

Tonarm und Tonabnehmer

Auch bei diesen beiden Komponenten darfst Du Großes erwarten.

Er bietet Dir die Möglichkeit den vertikalen Spurwinkel einzustellen. Mit anderen Worten: der Tonabnehmer ist höhenverstellbar.

Hier findest Du die wichtigsten Eckdaten auf einen Blick:

  • 10 Zoll (25,4cm) Länge
  • kardanisch gelagert
  • MoFi Ultra Tracker serienmäßig verbaut
  • Anti Skating und VTF einstellbar

Ein ganz nettes Gimmick ist der schwarze Ring am Ende der Angelschnur, an der das Anti – Skating Gewicht befestigt ist.

Dadurch wird das einfädeln in die Aufhängung erleichtert.

Der verbaute Tonabnehmer ist ein Moving Magnet und sehr hochwertig. Die Nadel ist elliptisch geschliffen und das Gesamtgewicht des Systems liegt bei 9,7g.

Das liegt nicht zuletzt an der verwendeten Aluminiumlegierung, mit der er überzogen ist.

Der Tonabnehmer klingt lebendig und dynamisch. Auch anspruchsvolle Passagen mit vielen Instrumenten werden klar wiedergegeben. Insbesondere der tiefe Bass sorgt für ein abgerundetes Klangbild.

Antriebsmotor

Dieser befindet sich am äußeren linken Rand des Plattenspielers und ist innerhalb der Zarge gelagert.

Es handelt sich um ein Wechselstrommotor. Auch der Pulley des Motors ist, wie der Plattenteller, aus Delrin gefertigt.

Der Motor verfügt über ein invertiertes Lager, welches beispielsweise auch im EAT C-Sharp verwendet wird. Einem Dreher, der je nach Konfiguration, noch einmal mindestens 500€ teurer ist.

Bei einem invertierten Lager stülpt sich als erstes ein weiterer, kleinerer Teller auf die Stahlachse. In die Spitze der Achse ist eine Kugel eingepresst, welche auf einem Lagerspiegel läuft.

Vorteil dieser Konstruktion ist ein tiefer liegender Schwerpunkt, was in einem ruhigeren Laufverhalten des Plattentellers mündet.

Gesamteindruck

Das MoFi UltraDeck Plus ist ein ziemlich spannender Plattenspieler, der einige Features in sich vereint, der häufig teureren Geräten vorbehalten ist.

Gerade der massive Preisnachlass beim Kauf des Drehers mitsamt des Tonabnehmersystems macht dieses Gerät sehr interessant.

Wenn Du den Tonabnehmer einzeln kaufen willst, bezahlst Du dafür 549€. Als Bundle mit dem MoFi UltraDeck Plus sparst Du somit 349€.

Insbesondere die Tatsache, dass Allen Perkins an dem Design des MoFi Decks beteiligt war, ist unglaublich spannend.

Dieser ist maßgeblich Mitbegründer des Designs der analogen Welt. Außerdem ist er an der Entwicklung der ultra High End Plattenspieler Linie Spiral Groove beteiligt.

Bei der Planung des Plattenspielers kam also viel Expertise zum Einsatz und die einzelnen Komponenten wurden sorgsam gewählt.

rega planar 6 plattenspieler

Ich kam einfach nicht umhin den größeren großen Bruder des Rega Planar 1 auch noch mit in die Liste aufzunehmen.

Im Vergleich zu der kleineren Version greift Rega hier noch einmal gewaltig in die Trickkiste und spendiert einige nette Gimmicks.

Preislich liegt der RP6 ungefähr im gleichen Bereich wie der Block PS-100+. Insbesondere der Plattenteller ist mit dem verwendeten Floatglas ziemlich spannend. Aber dazu im weiteren Verlauf mehr.

Design

Lass’ uns an dieser Stelle Herrn Roy Gandy einen kleinen Moment von Dankbarkeit schenken.

Hätte dieser wunderbare Mann nicht schon im Kindesalter seine Leidenschaft für Musik entdeckt, hätten wir heute nicht diese edel aussehenden und technisch super ausgestatteten Plattenspieler.

Der Planar 6 sieht auf den ersten Blick so aus, wie der eingangs vorgestellte Planar 1.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass es ziemlich gravierende Unterschiede gibt.

So ist der Plattenteller aus Floatglas und um einiges massiver als der des Planar 1, wodurch eine noch ruhigere Rotation möglich ist.

Hinzu kommt, dass beim Sockel Polyurethanschaum verwendet wurde. Ein Material, welches auch in der Luftfahrt benutzt wird.

Vorteile des Stoffes sind unter anderem:

  • sehr hohe mechanische Festigkeit
  • gute Dämpfungswerte
  • extrem verschleißfest

Diese Schicht ist eingefasst zwischen zwei Lagen ultra dünnem, hoch widerstandsfähigem Laminat.

Tonarm und Tonabnehmer

Der Tonarm RB330 ist auch schon vom Rega Planar 3 bekannt. Der Tonarm basiert auf dem RB303. Dieser wurde jedoch nochmal um einiges verbessert.

So wurde ihm ein gänzlich neues hoch präzises Kugellager spendiert. Dadurch wird fast reibungsfreie Bewegung ermöglicht.

Hier findest Du alle wichtigen Punkte auf einen Blick:

  • neu gestaltetes Lagergehäuse
  • neues 100g Gegengewicht aus Stahl
  • Gewicht 11g
  • neues Phonokabel
  • neues hoch-präzisions Kugellager

Rega fokussiert sich seit fast 30 Jahren darauf, Tonarme mit möglichst wenig Spiel im Kugellager zu produzieren.

Wenn man sich klar macht, dass der Abtastvorgang im Mikrometerbereich abläuft, dann wird klar, welche Bedeutung dieser Anspruch hat.

Solltest Du direkt aus der Verpackung in Dein Hörerlebnis starten wollen, solltest Du den Plattenspieler mit dem Rega Ania Moving Coil Tonabnehmer bestellen.

Die größten vorteil des Ania Moving Coil auf einen Blick:

  • komplett von Hand gefertigt
  • angetrieben von Neodym Magneten
  • Headshell aus Polyphenylensulfid

Polyphenylensulfid besticht besonders durch seine große Temperaturbeständigkeit.

Außerdem besitzt die Mischung, welche von Rega verarbeitet wird, 40% Glas, wodurch es geschmolzen und weiterverarbeitet werden kann.

Für einen ausführlichen Test zum Ania Tonabnehmer kannst Du bei den Jungs von Lowbeats hier vorbei schauen.

Antriebsmotor

Hierbei handelt es sich um einen 24V starken Synchronmotor. Jeder der Motoren an einem Rega Planar 6 ist perfekt auf das mitgelieferte, externe Netzteil NEO PSU abgestimmt.

Das NEO PSU nutzt einen digitalen Signalprozessor, welcher auch beim Rega Planar 10 eingesetzt wird.

Dieser DSP erzeugt aus dem Taktsignal eine Sinuskurve mit exakter Frequenz. Diese sorgt, gemeinsam mit dem 24V-Antrieb, für die präzise Einhaltung der Tellerdrehzahl.

Die Drehgeschwindigkeit kannst Du elektronisch ganz einfach mittels Knopfdruck am Netzteil zwischen 33rpm und 45rpm wechseln.

Gesamteindruck

Rega hat sich hier nicht lumpen lassen und mal wieder gezeigt, dass sie die Kunst des Plattenspielerbaus verstehen.

Obwohl die verbauten Komponenten sehr hochwertig sind, hätte ich mir an einigen Stellen eine andere Umsetzung gewünscht.

So ist beispielsweise der Motor immer noch sichtbar auf der Unterseite des Chassis gelagert.

In diesem Preissegment wäre eine schönere Lösung, ähnlich wie die beim MoFi Ultra Deck wünschenswert gewesen.

Was jedoch definitiv für den RP6 spricht ist die externe Lagerung des Netzteils in Form vom NEO PSU.

Auch die Tatsache, dass jedes Netzteil exakt auf den jeweiligen Plattenspieler abgestimmt ist, zeigt einmal mehr Regas Expertise.

Kategorien: Plattenspieler

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